«Puls»: Umstrittene Therapie – Kann man Long Covid wegdenken?

Kultur

«Puls»: Umstrittene Therapie – Kann man Long Covid wegdenken?

Für Long Covid gibt es nach wie vor keine heilende Therapie. Betroffene müssen sich mit der Krankheit abfinden und mit ihr leben. Nun verspricht ein Therapiekonzept Heilung durch Hirntraining. Von den einen wird es gefeiert, andere warnen deutlich. Moderiert wird «Puls» von Daniela Lager.

Genesen dank Hirntraining
Jasna Cotting war an Long Covid erkrankt. Arbeiten konnte sie noch, aber in ihrer Freizeit lag sie nur noch im Bett. Dann stiess sie auf den sogenannten neuroplastischen Ansatz, der davon ausgeht, dass bei Long Covid das Nervensystem überaktiviert ist. Symptome wie Fatigue, Schmerzen oder Belastungsintoleranz hätten mit der Zeit keine körperliche Ursache mehr, sondern seien vom Gehirn erlernt und könnten deshalb auch wieder verlernt werden, so die Hypothese. Jasna Cotting zeigt «Puls» die Methode.

Schwerkrank trotz Hirntraining
Sara Pezotta ist schwer an Long Covid erkrankt. Auch sie versuchte es mit der neuroplastischen Therapie. Doch ihr schadete die Methode, statt dass sie nutzte. Im Gespräch mit Daniela Lager wird klar, welche Gefahren der Ansatz hat und warum von einzelnen Genesungsgeschichten nicht auf alle Betroffenen geschlossen werden kann.

Die Skepsis der Patientenorganisationen
Die Patientenorganisation Long Covid Schweiz verfolgt die aktuelle Diskussion um «Brain Retraining» bei Long Covid mit Skepsis. Es sei ein Hype, nach jetzigem Wissensstand ohne wissenschaftliche Grundlage. Long Covid, betont die Organisation, müsse man als multisystemische Erkrankung begreifen, mit nachweisbaren körperlichen Veränderungen, die weit über ein gestörtes Nervensystem hinausgehen. Daniela Lager fragt bei der Präsidentin von Long Covid Schweiz nach, warum sich die Patientenorganisation derart gegen Heilsversprechen wehrt.

Der neuroplastische Ansatz am Luzerner Kantonsspital
Long-Covid-Sprechstunden in der Schweiz greifen den neuroplastischen Ansatz unterdessen schon auf. Am Luzerner Kantonsspital empfiehlt die Neurologin Lara Diem ausgewählten Patientinnen und Patienten, Hirntraining auszuprobieren. Sie glaubt, dass sich die Symptomwahrnehmung, Schmerzverarbeitung und Lebensqualität dank des Trainings verbessern können. Das Vorgehen ist umstritten, denn bisher fehlt der wissenschaftliche Nachweis, dass der Therapieansatz bei Long Covid tatsächlich wirkt. Was bewegt die Neurologin dazu, die Therapie trotzdem schon zu empfehlen?

Ausstrahlung: Montag, 26. Oktober 2026, 8.00 Uhr, Play SRF, und 21.10 Uhr, SRF 1

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Montag, 26. Oktober 2026, 8.00 Uhr, Play SRF, und 21.10 Uhr, SRF 1

Publiziert am
Freitag, 23. Oktober 2026

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