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SRF Kultur setzt auf multimediale Teams

Diesen Frühling hat SRF das Vier-Kräfte-Modell eingeführt. Inhalt, Distribution, Audience und Produktion arbeiten eng zusammen. Um das Zielbild von «SRF 2024» zu erreichen, wird nun SRF Kultur die Organisation der Abteilung mit dem Projekt «Multimediale Teams» weiterentwickeln.

SRF Radiostudio Basel im Meret Oppenheim Hochhaus Aussenaufnahme des Meret Oppenheim Hochhauses mit dem Radiostudio 2019

SRF Kultur entwickelt eine Organisation, die das agile, projekt- und formatbezogene Arbeiten im Vier-Kräfte-Modell befördert. Mit der neuen Organisation wird noch entschiedener von Themen und Geschichten statt von Sendungen und Sendeplätzen her gedacht und geplant werden. 

Zu den neuen Organisationszielen gehört aber auch, dass künftig zwischen der Abteilungsleitung und den Mitarbeitenden von SRF Kultur höchstens zwei Hierarchiestufen stehen. Und operative Entscheidungen sollen auf der tiefstmöglichen Ebene durch Fachverantwortliche getroffen werden. Um die neuen Organisationsziele umzusetzen, startet Ende September 2021, unter engem Einbezug und Mitwirkung der Mitarbeitenden von SRF Kultur, das Projekt «Multimediale Teams Kultur».  

Multimediale Teams
Im Zentrum des Projekts von SRF Kultur steht die Entwicklung von multimedialen Fachteams. Sie sollen die aktuellen Bereichs- und Redaktionsstrukturen ersetzen. Die Teams bewirtschaften künftig ein Fachgebiet multimedial und interdisziplinär und sie sind eigenverantwortlich für spezifische Formate und Inhalte zuständig. 

Der Gesamt-Lead des Projekts «Multimediale Teams» liegt bei Oliver Meier von der Publizistischen Planung Kultur. Die Lead-Rollen für die drei Teilprojekte «Planung 2021+», «Entwicklung Teams» und «Neues Führungsmodell» sind ab dieser Woche innerhalb von SRF Kultur ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist läuft bis am 11. September 2021.

Neues Planungsmodell
Verknüpft mit dem Projekt «Multimediale Teams» ist ein neues Planungsmodell für die digitalen Kulturkanäle und die Angebote an die News App. Das Modell ist in den vergangenen Monaten erarbeitet worden und startet am 25. Oktober 2021. Es ermöglicht, Kulturthemen und -inhalte mit digitalem Potenzial noch konsequenter zu identifizieren und multimedial auszuspielen.


Fragen an Oliver Meier, Gesamtprojekt-Lead «Multimediale Teams»

Wo steht SRF Kultur im Veränderungsprozess?
Im Rahmen des Projekts «SRF 2024» hat die Abteilung Kultur auf den 1. April 2021 einen ersten Entwicklungsschritt vorgenommen. Dazu gehörte die Auflösung des Bereichs Online & Distribution, der Wechsel von Mitarbeitenden in die neue Abteilung Distribution und ins Herstellungsmanagement sowie die Integration des Teams Hintergrund & Podcast. Damit SRF Kultur das neue Betriebsmodell konsequent leben und das Zielbild «SRF 2024» erreichen kann, starten wir nun eine weitere Phase in der Organisationsentwicklung.

Welche weiteren Ziele verfolgt SRF Kultur dabei?
Wir haben sieben Organisationsziele definiert. Mit der Entwicklung von multimedialen Teams wollen wir diese Ziele erreichen. Zum Beispiel entwickeln wir eine Organisation, die es erlaubt, mit unseren Kulturangeboten nahe an den Nutzenden zu sein, den Dialog zu stärken und beweglich auf sich veränderte Nutzungsverhalten zu reagieren. Wir wollen unser multimediales Potenzial noch besser ausschöpfen, konsequent auf «digital first» setzen und auch inhaltlich-redaktionelle Synergien noch besser nutzen.

Multimediale Fachteams sollen die aktuellen Bereichs- und Redaktionsstrukturen ersetzen. Wie wird das Projektteam dabei vorgehen?
In einer ersten Phase werden wir verschiedene Varianten von multimedialen Teams und auch Varianten eines Führungsmodells nach agilen Prinzipien konkret ausarbeiten. Danach folgt auf dieser Basis die eigentliche Entwicklung der multimedialen Teams. Aktuell sind wir daran, die einzelnen Etappen und Arbeitspakete zu konkretisieren. 

Gibt es Sparvorgaben ans Projekt?
Um die Sparauflagen und die Kosten für die digitale Transformation zu tragen, muss SRF gestaffelt bis Ende 2023 weitere 145 Stellen abbauen (wie bereits kommuniziert). Unter diesem Aspekt lautet ein Ziel des Projekts, dass inhaltlich-redaktionell Synergien konsequent genutzt werden sollen. Konkrete Sparvorgaben ans Projektteam gibt es aktuell nicht, im Rahmen der erwähnten Gesamt-Auslegeordnung können wir das im weiteren Projektverlauf aber nicht ausschliessen.

Wie können die Mitarbeitenden von SRF Kultur konkret mitreden/mitbestimmen?
Auf verschiedenen Ebenen. Entscheidend ist, dass wir die die Gestaltung und Organisation der einzelnen multimedialen Teams nicht top-down verordnen, sondern dass sie durch die Team-Mitarbeitenden selbst entwickelt werden – mit Unterstützung durch das Projekt und in einem definierten Rahmen. Zunächst suchen wir nun Mitarbeitende, die sich als Leiterinnen und Leiter der drei Teilprojekte engagieren. Diese Funktionen in der Kulturabteilung auszuschreiben und transparent vorzugehen, war uns wichtig. Für einzelne Arbeitspakete werden wir weitere Mitarbeitende einbinden. Die Arbeitsgruppen werden von den Teilprojekt-Leads zusammengestellt. 

Welche Auswirkungen hat der Aufbau der multimedialen Teams auf den Workload der Kolleginnen und Kollegen bei SRF Kultur?
Wir wissen, dass die Arbeitsbelastung bei allen Mitarbeitenden zurzeit sehr hoch ist. Wir werden genau prüfen, wie wir die Kolleginnen und Kollegen im Tagesgeschäft entlasten können, damit sie sich dem Aufbau der multimedialen Teams widmen können.

Was bedeuten die flacheren Hierarchien für jetzige Bereichs- und Redaktionsleitende bei SRF Kultur? 
Neu wird es höchstens zwei Hierarchiestufen zwischen der Abteilungsleiterin Susanne Wille und den Mitarbeitenden von SRF Kultur geben. Das bedingt auch Veränderungen bei den Kadermitarbeitenden. Wir wollen uns agiler aufstellen. Das neue Führungsmodell wird bis Ende Oktober 2021 erarbeitet. 

Wie sieht der weitere Zeitplan aus?
Das Projekt startet Mitte September; erste Entscheide fällen wir bis Ende Oktober 2021. Unser Zieltermin ist Sommer 2022.

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