Peter Luisis Weltkriegsdrama «Das Glashaus» entsteht als SRF-Koproduktion
In Ungarn und der Schweiz haben die Dreharbeiten zu «Das Glashaus» begonnen. Der neue Kinofilm von Peter Luisi erzählt die wahre Geschichte des Schweizer Diplomaten Carl Lutz, der in Budapest Zehntausende Jüdinnen und Juden vor dem Holocaust rettete. Die Hauptrollen übernehmen Max Simonischek, Miriam Stein und Michael Neuenschwander.

Budapest, 1944: Nach der Besetzung Ungarns durch die deutsche Wehrmacht beginnt die systematische Deportation der jüdischen Bevölkerung. Der Schweizer Vizekonsul Carl Lutz (Max Simonischek) erlebt die Verfolgung aus nächster Nähe. Zunehmend gerät er in einen Konflikt zwischen den Vorgaben seines diplomatischen Auftrags und seinem eigenen Gewissen. Gemeinsam mit seiner Frau Gertrud (Miriam Stein), Miklós Krausz (Ádám Tompa) sowie zahlreichen Helferinnen und Helfern beginnt er, Menschen vor Verfolgung und Deportation zu schützen. Aus einzelnen Schweizer Schutzbriefen entsteht ein weitreichendes Rettungsnetzwerk, das schliesslich zehntausenden Menschen das Leben retten soll.
Die Rettungsaktion von Carl und Gertrud Lutz gilt als die grösste zivile Rettungsaktion für Jüdinnen und Juden während des Holocausts. Mehr als 50'000 Menschen sollen durch das von ihnen aufgebaute Schutzsystem gerettet worden sein. Trotz dieser aussergewöhnlichen Leistung blieb die Anerkennung in der Schweiz lange aus. Nach seiner Rückkehr wurde Carl Lutz wegen der Überschreitung seiner Kompetenzen kritisiert. Erst Jahre später erhielt sein Handeln die verdiente Würdigung. Heute gilt er als einer der bedeutendsten Schweizer Helfer des Zweiten Weltkriegs. 1965 wurde er als erster Schweizer von Yad Vashem als «Gerechter unter den Völkern» ausgezeichnet. Auch seine Frau Gertrud, die massgeblich an den Rettungsaktionen beteiligt war, wurde später geehrt.
Ein neues Kapitel für Peter Luisi
Für Regie und Drehbuch zeichnet Peter Luisi verantwortlich. Mit «Bon Schuur Ticino» gelang ihm zuletzt einer der grössten Schweizer Kinoerfolge der vergangenen Jahre. Die SRF-Koproduktion erreichte über 400'000 Kinoeintritte und zählt zu den erfolgreichsten Schweizer Filmen aller Zeiten. Bereits zuvor realisierte Luisi mit SRF unter anderem «Der Sandmann», «Schweizer Helden», «Flitzer» und «Prinzessin». Mit «Das Glashaus» widmet er sich nun erstmals in dieser Grössenordnung einem historischen Stoff.
Im Zentrum des Films steht kein makelloser Held, sondern ein Mensch, der vor einer aussergewöhnlichen Entscheidung steht. Carl Lutz hält sich zunächst an die Regeln seines Amtes. Doch angesichts der eskalierenden Verfolgung ist er bereit, persönliche Risiken einzugehen, seine Karriere aufs Spiel zu setzen und Grenzen zu überschreiten, um Menschenleben zu retten. «Das Glashaus» erzählt die Geschichte eines Mannes, dessen Mut und Menschlichkeit bis heute nachwirken.
Produziert wird «Das Glashaus» von Spotlight Media Productions (Schweiz) in Koproduktion mit SRF, Laokoon Filmgroup (Ungarn), Contrast Film Bern (Schweiz) und Sky. Der Schweizer Kinostart ist für Ende 2027 im Verleih von DCM geplant.
Kinospielfilm-Koproduktionen mit SRF
Im Rahmen des Pacte de l’audiovisuel der SRG mit der Schweizer Filmbranche fliessen jährlich etwas mehr als zwei Millionen Franken in Kinospielfilm-Koproduktionen mit SRF. Als eine der wichtigsten Förderer des Deutschschweizer Filmschaffens unterstützt SRF damit ein breites Spektrum an Filmen, vom publikumsstarken Kinofilm bis zum Nachwuchsprojekt. Nach der Kinoauswertung stehen die Filme auch auf den Kanälen von SRF einem breiten Publikum zur Verfügung.