Hörspielpremiere: «Mahlstrom» von Yael Inokai
«Mahlstrom» erzählt die Geschichte sechs junger Menschen, die in einer dicht verwobenen Dorfgemeinschaft herangewachsen sind, zugleich geschützt und bedroht von den engen Banden. Nun sind sie im Erwachsenenleben angekommen und stecken doch noch knietief in ihrer Kindheit.

Es sind Erinnerungen an die Kindheit. Erinnert von noch gar nicht so alten Erwachsenen. Erinnert, weil sich neben vielen Szenen des Alltags auch Szenen des Glücks und Szenen grosser, obgleich kindlicher Grausamkeit nicht vergessen lassen wollen. Barbaras Selbstmord bringt den Stein ins Rollen und zwingt die Übriggebliebenen, sich mehr als zehn Jahre nach dem Verbrechen dem Geschehenen zu stellen.
Am Anfang steht Barbara. Barbara, die sich mit 22 im Fluss ertränkt. Ihr Tod, der im ganzen Dorf die Telefone schellen lässt, bringt die anderen zum Reden: Ihren Bruder Adam, ihre Freundin Nora und Yann, den Eindringling, der aus der Stadt neu zugezogen war. Sie alle sind mit der Verstorbenen und den Geschwistern Annemarie und Hans zur Schule gegangen.
Es waren kinderreiche Zeiten, und die Enge im Elternhaus trieb die Kinder nach draussen. Doch unter den Erinnerungen an das Jagen über die Felder oder jenes Streichholzspiel auf dem Pausenhof liegt etwas anderes, Unausgesprochenes begraben: ein Verbrechen, verübt in einer unbeobachteten Nacht.
Mit: Jessica Cuna (Nora), Dimitri Stapfer (Adam) und Jirka Zett (Yann)
Hörspielbearbeitung: Katrin Zipse Musik: Andreas Bick Tontechnik: Basil Kneubühler Dramaturgie und Regie: Susanne Janson Produktion: SRF 2019 Dauer: 60'