Enavant: SRF konkretisiert die Spar- und Transformationsmassnahmen

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Enavant: SRF konkretisiert die Spar- und Transformationsmassnahmen

Im Rahmen des SRG-weiten Transformationsprojektes Enavant spart SRF bis 2027 9.7 Millionen Franken ein und baut 38 Vollzeitstellen ab. Nun stehen die konkreten Massnahmen fest: Neben Veränderungen in den Strukturen und Prozessen gehören dazu insbesondere Reduktionen bei den Herstellungs- und Produktionskosten, eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Regionaleinheiten sowie weniger Erstausstrahlungen im Radio.

Die SRG stellt sich im Rahmen des unternehmensweiten Transformationsprojektes Enavant grundlegend neu auf. Damit trägt sie den tiefgreifenden Veränderungen in der Medienlandschaft Rechnung und wird digitaler, beweglicher und effizienter. Gleichzeitig muss sie bis 2029 rund 270 Millionen Franken einsparen, hauptsächlich weil der Bundesrat eine Reduktion der Medienabgabe beschlossen hat. Davon müssen rund 80 Millionen Franken bereits bis 2027 eingespart werden (vgl. Medienmitteilung der SRG vom 17. Juni 2026).

Weniger Kündigungen dank restriktiven Stellenbesetzungen
Im Transformationsprojekt Enavant sind die Stossrichtungen und die Höhe der benötigten Einsparungen für alle Regionaleinheiten und Bereiche festgelegt worden. Daraus hat das Leitungsteam SRF nun Massnahmen für das Jahr 2027 erarbeitet und zur Umsetzung freigegeben. Insgesamt resultieren bei SRF Einsparungen von 9.7 Millionen Franken. Davon fallen 7.9 Millionen Franken direkt bei SRF an, weitere 1.8 Millionen Franken bei Produktionsleistungen für SRF. Diese sind seit April 2026 SRG-weit im Bereich Operationen organisiert. Zu den Einsparungen gehört auch ein Abbau von 38 Vollzeitstellen. Davon kann rund die Hälfte über die natürliche Fluktuation abgebaut werden, in den übrigen Fällen kommt es zu Kündigungen oder Frühpensionierungen. Für Betroffene gilt der Sozialplan der SRG.

SRF-Direktor Roger Elsener bedauert den Schritt: «Dass wir uns von geschätzten Kolleginnen und Kollegen trennen müssen, fällt uns schwer – ist aber aufgrund der Sparvorgaben leider unumgänglich. Bei SRF besetzen wir freie Stellen seit längerem nur noch restriktiv. Dadurch sind weniger Kündigungen nötig als bei früheren Sparpaketen. Darüber sind wir als Leitungsteam froh.»

Innovation trotz Sparmassnahmen ermöglichen
Von den Einsparungen und Personalmassnahmen bei SRF sind alle Angebotseinheiten – Information, Kultur, Gesellschaft & Wissen sowie Unterhaltung – und die regionale Distribution betroffen. Gleichzeitig verfolgt SRF das strategische Ziel, alle Zielgruppen und damit auch das jüngere Publikum vermehrt zu erreichen. Angebote werden stärker auf Streaming und die zeitversetzte Nutzung ausgerichtet sowie für die neue Streaming-Plattform Play+ optimiert. Dazu Roger Elsener: «Wir verändern SRF nicht nur, um Kosten zu senken. Mit den beschlossenen Massnahmen entwickeln wir uns gleichzeitig weiter in Richtung modernes, digitales Medienhaus, das die ganze Deutschschweiz erreicht. Diesen Weg gehen wir konsequent.»

Anpassungen im TV: Einsparungen und stärkerer Fokus auf die Primetime
Diese neue Ausrichtung führt zu Sparmassnahmen bei zahlreichen Formaten. Damit verbunden sind Anpassungen am Mittwoch und Donnerstag auf SRF 1: Der lineare Sendeplatz von «Reporter» am Mittwochabend wird nicht weitergeführt. Die Marke «Reporter» wird stattdessen multimedial weiterentwickelt.

Der «Kulturplatz» übernimmt ab 2027 den Sendeplatz von «Reporter» zur Primetime um 21 Uhr und erhält damit mehr Sichtbarkeit. Die Sendung wird zudem stärker für Streaming weiterentwickelt. Auf dem bisherigen Sendeplatz um 22.25 Uhr folgen künftig Ausgaben von Reportagen wie beispielsweise «rec.» und «SRF Impact». Der «DOK»-Sendeplatz am Donnerstag um 20.10 Uhr wird um weitere Inhalte ergänzt: Neben Dokumentationen sind neu auch alle Folgen von «Mona mittendrin», «Donat auf Achse» sowie «DOK»-Filme von RSI und RTS zu sehen.

Aus der Zusammenlegung der Chefredaktionen in eine multimediale Informationsabteilung resultieren Synergien und Optimierungen der Prozesse. Kostenreduktionen sind so über eine konsequente trimediale Planung und Umsetzung in den Informationssendungen von SRF möglich. Um weitere Einsparungen zu erzielen, ist bei tagesaktuellen News-Sendungen sowie bei «Kassensturz» und «Rundschau» eine engere Zusammenarbeit mit den anderen Sprachregionen vorgesehen.

SRF senkt ausserdem die Herstellungs- und Produktionskosten bei diversen Formaten. Darunter fallen unter anderem Unterhaltungssendungen am Samstagabend, «SRF bi de Lüt» und «Late Night Switzerland» sowie «Einstein», «Puls», «Literaturclub» und Inhalte von «SRF Impact». Zudem fokussiert SRF zwei Erstausstrahlungen künftig auf die Primetime – mit Ausnahme von Sportübertragungen.

Anpassungen im Radio: Konzentration auf wirkungsstärkste Wochen
Im Radio legt SRF den Fokus auf die 40 wirkungsstärksten Wochen des Jahres: Erstausstrahlungen von wöchentlichen Formaten werden ausschliesslich in dieser Zeit gesendet. Im Sommer oder über Feiertage werden stattdessen vermehrt Wiederholungen oder moderierte Musikprogramme eingesetzt. Betroffen sind unter anderem «International», die «Samstagsrundschau» und «Spasspartout».

Mittelfristig werden die Kultursender Radio SRF 2 Kultur, RTS Espace 2 und Rete Due noch enger zusammenarbeiten und damit weitere Synergien nutzen. Gleichzeitig wird SRF das Kulturangebot für die digitalen Plattformen weiterentwickeln. Die konkrete Ausgestaltung wird in den kommenden Monaten erarbeitet. Der Standort in Basel steht dabei nicht zur Diskussion. Bei SRF Virus erfolgt eine Fokussierung auf digitale Plattformen; das lineare Programm wird mit reduzierten redaktionellen Ressourcen weitergeführt.

Transformation und Sparen verbinden
Weitere Einsparungen sind im ganzen Unternehmen durch den vermehrten Einsatz von KI oder eine Reduktion von Leistungen beispielsweise im Marketing, in der Markenführung oder bei den Archiven vorgesehen.

Roger Elsener fasst die Überlegungen zusammen: «SRF muss sparen. Das führt zu sicht- und hörbaren Veränderungen in unserem Angebot. Gleichzeitig nutzen wir diese Phase, um die digitale Transformation konsequent voranzutreiben. So stellen wir sicher, dass wir unseren publizistischen Auftrag auch künftig für die Menschen in der Deutschschweiz erfüllen und ihnen ein SRF bieten, das nah und relevant bleibt und sie auf allen Plattformen erreicht.»

Verschiedene Sparmassnahmen sind nur mit inhaltlichen Anpassungen der jeweiligen Sendungen realisierbar. Diese Erarbeitung startet umgehend unter Einbezug der betroffenen Teams – wo immer möglich mit Blick auf eine Weiterentwicklung hin zu einer verstärkten Nutzung auf den SRF-Apps und dem neuen Streamingdienst Play+. Die Massnahmen werden ab sofort schrittweise umgesetzt.

Einsparungen im Bereich Angebot
Auch der neue, SRG-weite Bereich Angebot trägt zu den Einsparungen für 2027 bei. Der Bereich umfasst die national gesteuerten Genres Sport und Fiktion sowie Swissinfo, Play+, Audience & Angebotsportfolio, Accessibility Services und Data & AI Business. Insgesamt sind Einsparungen von 7.4 Millionen Franken vorgesehen, verteilt auf alle Regionaleinheiten. Damit verbunden ist ein Abbau von 12 Vollzeitstellen.

Die Einsparungen werden primär über Anpassungen der Strukturen und Prozesse sowie die stärkere Nutzung von Synergien realisiert. Im Fokus stehen insbesondere die national gesteuerten Genres Sport und Fiktion. Dort werden Arbeitsweisen und Strukturen stärker auf die nationale Zusammenarbeit ausgerichtet, um Doppelspurigkeiten abzubauen und Ressourcen effizienter einzusetzen. Ergänzend spart der Bereich Angebot bei den Sachkosten, beispielsweise durch Anpassungen im Einkauf fiktionaler Inhalte sowie bei den Sportrechten. Dazu gehört unter anderem die bereits im vergangenen Juni kommunizierte Entscheidung, ab der Saison 2027/2028 keine Live-Spiele der UEFA Champions League mehr auszustrahlen.

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Publiziert am
Montag, 14. September 2026

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