«Sternstunde Spezial»: Syrien

«Sternstunde Spezial»: Syrien

In Syrien herrscht seit fünf Jahren Krieg. Ein Ende ist nicht in Sicht. Der Konflikt hat Wurzeln, die weit in die Geschichte des Landes reichen. Die Interessen von fremden Mächten behindern einen Friedensschluss für Syrien. «Sternstunde Spezial» widmet sich dem Thema Syrien und fragt zuerst «Wie kam es zur Katastrophe?». Im zweiten Teil der Sendung diskutiert Moderatorin Barbara Bleisch mit Jakob Kern, «UN World Food Programme», Pascal Weber, SRF-Nahost-Experte und Rudolf Peter, Konfliktforscher, die Frage, wer die Verantwortung für die humanitäre Situation in Syrien trägt.

sternstunde_rel_Syrien_wie_kam_es_zur_katastrophe_1.jpg

Teil 1: Wie kam es zur Katastrophe? 

Am Anfang stand der Protest gegen die Verhaftung und Folter von Jugendlichen im März 2011. Aus der lokalen Revolte wurde eine Protestbewegung. Ihre Forderung: ein freies und demokratisches Syrien. Daraus wurde ein Aufstand gegen das Regime von Baschar al-Assad und 2012 ein Bürgerkrieg. Die Folge: der Zerfall staatlicher Strukturen, Kriegsverbrechen, Angriffe auf die Zivilbevölkerung, hunderttausende Tote, Millionen Syrerinnen und Syrer auf der Flucht in- und ausserhalb ihres Landes.

 

Wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen? Die Politikwissenschaftlerin Kristin Helberg und der Islamwissenschaftler Wilfried Buchta zeigen, wie sich die Neuordnung des Nahen Ostens nach dem Ersten Weltkrieg bis heute auswirkt. Sie zeichnen den Weg von der Revolte zum Bürgerkrieg in Syrien nach und analysieren die Rolle von Religionen und Ethnien. Und sie zeigen, wie die Verwicklung von fremden Mächten, namentlich Iran, Saudi-Arabien, Russland und Türkei, die Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien behindern.

 

Teil 2: Die humanitäre Situation

In Syrien herrscht seit fünf Jahren Bürgerkrieg. Trotz humanitärer Hilfe geht es der Bevölkerung schlecht. Wie kann ihr geholfen werden und wer trägt die Folgen? Barbara Bleisch spricht mit Jakob Kern, «UN World Food Programme», Pascal Weber, SRF-Nahost-Experte und Rudolf Peter, Konfliktforscher.

 

Er verantwortet 900 Millionen Dollar und besorgt die tägliche Nahrung für 4 Millionen Syrerinnen und Syrer. Jakob Kern, gebürtiger Appenzeller, ist Missionsleiter des «World Food Programme» der UNO und ist mit seinen Mitarbeitern in Damaskus stationiert. Er erzählt von seiner Arbeit, die er immer noch als Traumjob bezeichnet, aber auch von seinen alptraumartigen Erlebnissen und der Ohnmacht, in einem ausweglos scheinenden Konflikt humanitäre Hilfe zu leisten.

 

Auch er riskiert Kopf und Kragen und berichtet über die Kriegsregionen des Nahen Ostens: Pascal Weber, SRF-Nahost-Experte. Vom Libanon aus reiste er mehrmals nach Syrien und erlebte hautnah, wie das verhältnismässig stabile Land zum Spielfeld von verfeindeten Mächten mutierte, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen. Wie schätzt er die Chance ein, dass sich die Situation bald ändern könnte?

 

Welche Rolle kann und muss eine Organisation wie die UNO in einem derart zerfahrenen Konflikt spielen? Was kann sie überhaupt noch erreichen? Der Berliner Politologe und Konfliktforscher Peter Rudolf hat hierzu eine dezidierte Meinung.

 

Am Sonntagabend, um 21.40 Uhr, widmet sich auch «Reporter» dem Thema Syrien: In «Die syrische Kundsbraucht – Vom Schicksal der Flüchtlingsmädchen» geht es um die 15-jährige Suad, ein syrisches Flüchtlingsmädchen. Geflüchtet in den Libanon – um hier verheiratet zu werden. Nahostkorrespondent Pascal Weber hat Suad währen fast eines Jahres begleitet.
Zurück

Detailinformation

Ausstrahlung
Sonntag, 2. April 2017, ab 10.00 Uhr, SRF 1

Publiziert am
Donnerstag, 30. März 2017

Sender

Weiterführende Informationen
srf.ch/sternstunden

Bilder

Informationen

Zurück