«SRF global»: Das grosse Geschäft mit dem Balkan
Der Westbalkan gleicht einem Marktplatz, auf dem Interessensgruppen aus den USA, China, dem Nahen Osten oder Russland Einfluss zu kaufen versuchen. Im Angebot stehen Häfen, Minen, Küstenstreifen und ganze Inseln. Wer sichert sich wo, was – und was erhält er im Gegenzug? Mit diesen Fragen beschäftigt sich «SRF global».

In Albanien sollen auf der Insel Sazan und an der Küste von Zvernec Luxusresorts entstehen. Hinter den Projekten stehen Trumps Tochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner sowie Geld aus den Golfstaaten. Der Frachthafen von Durrës, durch den über neunzig Prozent des albanischen Seehandels laufen, soll zur Luxusmarina werden. Gegen die Projekte wird seit Monaten demonstriert.
In Serbien gewinnen chinesische Investoren an Einfluss: Eine Kupfer- und Goldmine sowie ein Stahlwerk gehören chinesischen Konzernen, die Bahnstrecke nach Budapest ist chinesisch finanziert. Präsident Aleksandar Vucic betont derweil die Souveränität – und hält gleichzeitig den EU-Beitrittsantrag auf dem Tisch.
Selbst Montenegro, das bei den EU-Beitrittsverhandlungen am weitesten ist, umgeht bei der Ausschreibung eines Projekts an der Küste jene Vergaberegeln, die es kurz zuvor von der EU übernommen hatte. Die EU hat den sechs Staaten vor dreiundzwanzig Jahren eine Zukunft in der Union versprochen. Beigetreten ist seither keines von ihnen. Wie lange kann eine strukturschwache Region auf ein Versprechen warten, das niemand einzulösen scheint? Und was kann die EU noch bieten, wenn andere schneller zahlen und weniger fragen?
Moderatorin Wasiliki Goutziomitros spricht darüber in «SRF global» mit der Osteuropa-Historikerin Marie-Janine Calic von der Universität München und SRF Osteuropa-Korrespondent Peter Balzli.
Ausstrahlung: Donnerstag, 1. Oktober 2026, 17.00 Uhr, Play SRF und 22.25 Uhr, SRF 1