«Einstein»: Risiko PFAS – Vergiften wir unsere Zukunft?

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«Einstein»: Risiko PFAS – Vergiften wir unsere Zukunft?

PFAS oder auch Ewigkeitschemikalien: Sie schlummern im Wasser, in Böden, in Lebensmitteln, in unseren Körpern. PFAS sind chronisch giftig und man wird sie kaum mehr los. Und doch werden damit unzählige Produkte hergestellt, die aus unserem Alltag bislang nicht wegzudenken waren. Kathrin Hönegger und Tobias Müller moderieren die Sendung. 

Die Biologin Alexandra Kroll vom Ökotoxzentrum Dübendorf ist spezialisiert auf Umweltrisikobewertungen. Sie kann die Bedeutung der PFAS-Belastung von Umwelteinträgen bis zu gesundheitlichen Risiken beurteilen und einordnen. Wie steht es um die Datenlage bei PFAS und welche Bedeutung haben Grenzwerte für die Zukunft der Schweiz?

Heute lebt wohl kein Mensch mehr ohne PFAS im Körper. Ewigkeitschemikalien sind zwar nicht akut, aber chronisch giftig. Am Swiss Tropical & Public Health Institut (Swiss TPH) geben «Einstein»-Host Kathrin Hönegger und Gesundheitsforscherin Nicole Probst-Hensch ihr Blut, um es in einem Speziallabor auf PFAS analysieren zu lassen. Die Frage ist nicht, ob die beiden Ewigkeitschemikalien im Körper haben, sondern wie viel. 

Noch immer gibt es viel zu wenig aussagekräftige Daten zur PFAS-Belastung. Eine Langzeitstudie des BAG hätte über die nächsten 20 Jahre Aufschluss darüber geben können, wie sich PFAS auf unsere Gesundheit auswirken. Hätte – das Langzeitmonitoring zur PFAS-Belastung wurde im Parlament weggestrichen, aus Spargründen. Ein Desaster für Forschung, Wirtschaft und vor allem für die Bevölkerung. Können wir es uns wirklich leisten, auf dringend benötigte Gesundheitsdaten zu verzichten? 

Schweizer Böden flächendeckend mit PFAS belastet
Es muss davon ausgegangen werden, dass die sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS) in jedem Schweizer Boden schlummern. Zu diesem Schluss kommen Forschende von ZHAW und ETH Zürich in einer Studie mit 1070 Bodenmessungen. Warum die Resultate beunruhigen und die Politik nun gefordert ist, erklärt der ZHAW-Bodenforscher Basilius Thalmann.

Klärschlamm hat landwirtschaftliche Böden in der Vergangenheit massiv mit PFAS belastet. Damit möglichst keine dieser Chemikalien mehr zurück in den Boden gelangen, etwa über kontaminierte Gülle, sind auch pragmatische Lösungen gefragt. An der Empa Dübendorf tüfteln Forschende an einem Trennverfahren zur PFAS-Eliminierung aus Gülle mittels Schaumbildung. 

Seit über 40 Jahren wird der Sempachersee LU wegen zu hoher Phosphatwerte durch Landwirtschaft und Abwasser künstlich belüftet. Nun kommt höchstwahrscheinlich ein Riesenproblem dazu. Anfang März 2026 hat das Luzerner Umweltamt begonnen, das Wasser aller sechs Seen im Kanton auf PFAS zu untersuchen. 

In der Seeländischen Wasserversorgung setzt man ein innovatives Verfahren ein, um PFAS aus dem Trinkwasser zu filtern. Dies ist in besonders belasteten Gebieten nötig, etwa bei intensiv pestizidbelasteten Böden. Sie können eine hohe PFAS-Konzentration aufweisen, und diese PFAS können ins Grundwasser sickern. Im Aufbereitungswerk in Worben BE wird eine speziell feine Aktivkohle zur Filtrierung von lang- und mittelkettigen PFAS eingesetzt – eine Schweizer Innovation, die viel Interesse erregt.

Das ETH-Spin-off «Oxyle» hat ein Verfahren entwickelt, um sämtliche PFAS-Verbindungen im Abwasser aufzuspalten und zu eliminieren. Dazu wird eine Kombination aus UV-Bestrahlung und Chemikalienmix verwendet.

Ausstrahlung: Donnerstag, 7. Mai 2026, 10.00 Uhr, Play SRF und 21.05 Uhr, SRF 1

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Donnerstag, 7. Mai 2026, 10.00 Uhr, Play SRF und 21.05 Uhr, SRF 1

Publiziert am
Mittwoch, 6. Mai 2026

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