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Schweizer Film: «Die sechs Kummerbuben»

Die sechs wilden Söhne des Bauhandlangers Kummer vergessen für ein Mal ihre Lausbubenstreiche und kämpfen mit vereinten Kräften für den Erhalt ihres Häuschens. Seinen letzten Spielfilm realisierte Franz Schnyder nach dem Roman von Elisabeth Müller; Franz Matter und Linda Geiser besetzen die Hauptrollen.

Die 6 Kummerbuben Hier sind sie Staffel 1, Episode 1 Die 6 Kummerbuben: Hintere Reihe: Jürg Dreier als Hänsel, Beat Schenk als Fritzli, Urs Hofmann als Mändel Vordere Reihe: Heinz Hiltbrunner als Freddy, Urs Welsch als Päuli, Uli Hager als Peterli

Gottfried (Franz Matter) und Sofie Kummer (Linda Geiser) wohnen in einem baufälligen Häuschen ohne Strom und ohne fliessendes Wasser. Der ganze Stolz des Tagelöhners Kummer sind seine sechs Buben: Hermann (Urs Hofmann), der meist Mändu gerufen wird, Hans (Jürg Dreier), Fritz (Beat Schenk), Fred (Heinz Hiltbrunner), Peterli (Uli Hager) und Päuli (Urs Welsch). Der ruhige Alltag der Familie wird gestört, als der Garagist Hannes Lüthi (Peter Markus) auftaucht und 350 Franken Zinsen auf einen Schuldbrief einfordert.

Die Bezahlung steht seit Längerem aus. Ende Monat will Lüthi das ganze Geld bar auf dem Tisch sehen oder die Schuld aufkündigen. Dann könnten die Kummers ihr geliebtes Heimetli nur noch verkaufen. Also versuchen sie mit allen Mitteln, die erkleckliche Summe zusammenzubringen. Die Kinder helfen eifrig mit. Und selbst Benz Scheidegger (Ruedi Walter), der in einem Anbau als Untermieter wohnt, steuert im Geheimen sein Scherflein bei, einzig besorgt, dass seine strenge Gattin Bäbi (Margrit Rainer) nichts davon merkt. Ein Bittgang zum Halbbruder in Bern allerdings bringt nur neue Sorgen. Und als gar ein reicher Fremder auftaucht, der das schäbige Häuschen als Feriendomizil kaufen will, wird die Lage bitterernst.

1934 publizierte Elisabeth Müller «Die sechs Kummerbuben». Die heitere Chronik einer nicht ganz alltäglichen Familie wurde eines der erfolgreichsten Werke der populären Schweizer Autorin. 1968 verfilmte Franz Schnyder die Geschichte nach einem eigenen Drehbuch. Rund zwei Millionen Franken kostete die Produktion in Eastmancolor – in jenen Jahren sehr viel Geld für einen Mundartfilm. Ungewöhnlich am Unterfangen war auch die Beteiligung des damals noch jungen Schweizer Fernsehens. Der Sender übernahm rund die Hälfte der Kosten und bekam dafür eine einheimische Serie, die in 13 Folgen zu je einer halben Stunde programmiert wurde.

Am Bildschirm war der Verfilmung ein gewaltiger Erfolg beschieden. Sie schaffte es – für eine Schweizer Produktion ungewöhnlich genug – sogar ins US-Fernsehen. Die geraffte Kinofassung allerdings stiess in den Jahren der Studentenrevolten bei den Kritikerinnen und Kritikern auf wenig Verständnis. In der Folge zog auch das Kinopublikum nicht mit, trotz eines Grossaufgebots an populären einheimischen Darstellerinnen und Darstellern. Für Franz Schnyder waren die Kritiken Grund genug, den Film aus dem Verleih zurückzuziehen. Es sollte seine letzte Filmproduktion bleiben.

SRF 1 zeigt «Die sechs Kummerbuben» in einer aufwendig restaurierten Fassung.

Ausstrahlung: Sonntag, 1. August 2021, 14.45 Uhr, SRF 1

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