angle-left «Sternstunden Religion und Philosophie»: Menstruation und Scham
Kultur

«Sternstunden Religion und Philosophie»: Menstruation und Scham

Bis heute wird die Menstruation gesellschaftlich tabuisiert. Längst überholt geglaubte Vorstellungen stigmatisieren noch immer den Prozess des Menstruierens. Olivia Röllin geht diesem Phänomen nach. Im Anschluss spricht Yves Bossart mit der Philosophin Maria-Sibylla Lotter über die alltägliche Macht von Scham und Beschämung – von der Flugscham bis zum Bodyshaming.

Olivia Röllin Moderatorin Sternstunde Religion 2020

Sonntag, 6. Juni 2021, 10.00 Uhr, SRF 1
«Sternstunde Religion»: Achtung Menstruationsblut!
Gross war der Aufschrei in den sozialen Medien, als zwei Unternehmensgründer ihre «Pinky Gloves» in einer TV-Sendung vorstellten. Dabei handelt es sich um pinkfarbene Plastikhandschuhe, mit denen Menstruierende vor dem Kontakt mit dem eigenen Periodenblut geschützt und die diskrete Entsorgung von Hygieneprodukten gesichert sein sollte. Periodenblut, etwas Ekliges, gar Peinliches? Selbst in Werbungen für Menstruationsprodukte wird das Blut bis heute entfremdet als blaue Flüssigkeit dargestellt. Was also steckt hinter diesem Verdrängungsphänomen, dieser Unsichtbarmachung?

Noch bis ins 20. Jahrhundert wurde der Periode Toxizität nachgesagt und Menstruierende wurden damit geächtet. Von der Antike bis in die Neuzeit haftete dem monatlichen Blutfluss ein Stigma an: Im Sinne der (rituellen) Unreinheit, des Mangels, der Giftigkeit oder als Folge des Sündenfalls. Diese Erklärungen zogen normierende Beschränkungen der Frau mit sich, was nicht zuletzt in der Verweigerung höherer religiöser Ämter resultierte und teilweise noch immer resultiert.

Weshalb gilt Blut, zumal weibliches, als unrein? Weshalb schämen wir uns dafür und ekeln uns davor? Und was braucht es, um das Menstruationstabu in unserer aufgeklärten Gesellschaft zum Verschwinden zu bringen? Olivia Röllin im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Lechner und der Indologin und Philosophin Angelika Malinar.

Sonntag, 6. Juni 2021, 11.00 Uhr, SRF 1
«Sternstunde Philosophie»: Maria-Sibylla Lotter – Die Macht der Scham
Es sei die Scham, die uns Menschen von den Tieren unterscheidet. Das behauptete Charles Darwin ebenso wie der Schweizer Liedermacher Mani Matter in seinem Lied «Hemmige». Bereits Platon lobte die Scham als Stütze der Moral. Andere aber sehen in ihr ein Instrument der Unterdrückung. Ist die Scham nun gut oder schlecht? Wofür sollten wir uns heute noch schämen? Und gewinnt die Scham mit der zunehmenden Moralisierung des Alltags an neuer Macht? Darüber spricht Yves Bossart mit Maria-Sibylla Lotter, Philosophie-Professorin an der Ruhr-Universität Bochum und Autorin des Buches «Scham, Schuld, Verantwortung. Über die kulturellen Grundlagen der Moral».

Weitere Themen in den «Sternstunden»:
11.55 Uhr, SRF 1: «Sternstunde Kunst»: Die Unbeugsamen – Drei Frauen und ihr Weg zum Wahlrecht

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Ausstrahlung
Sonntag, 6. Juni 2021, ab 10.00 Uhr, SRF 1

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srf.ch/sternstunden

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