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«Reporter»: Die Grande Dame der Chilbi trotzt der Coronakrise

Maya Hauri hat Gebärmutterkrebs überlebt, Hautkrebs und Blasenkrebs. Sie hat den plötzlichen Tod ihres Mannes überwunden. Ihr Heilmittel: arbeiten, arbeiten, arbeiten. Dann brachte Corona den Stillstand ihrer Chilbi-Bahnen – und ihres Lebens. Eine Reportage von Vanessa Nikisch.

Reporter Die Grande Dame der Chilbi trotzt der Coronakrise Die Schaustellerin Maya Hauri kämpft wegen Corona um ihre Existenz.

«Den Kleinen noch anbinden, bitte!» Es ist September und Maya Hauri sitzt zum ersten Mal in dieser Chilbi-Saison im Häuschen ihres Autoscooters und gibt per Mikrofon Anweisungen durch. Den gesamten Frühling und Sommer über standen ihre Fahrgeschäfte im Lager, die Schausteller-Branche hatte aufgrund der Corona-Regeln faktisch Berufsverbot und null Einnahmen.

Die Witwe, die nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes das Geschäft allein führt, besitzt nebst den Autotütschis noch fünf weitere Kinderbahnen und drei Confiserie-Wagen. Normalerweise ist die 63-Jährige von März bis Dezember mit ihren Bahnen unterwegs und bringt, wie sie sagt, Jung und Alt Freude und Zerstreuung in den Alltag. Nun kämpft die zweifache Grossmutter ums Überleben und lebt vom Ersparten. «Der Bund hat uns Schaustellerinnen zwar Geld zugesprochen, nur bekommen haben wir noch nichts.»

Ende Sommer, als die erste Corona-Welle verebbt war, und der Bund Veranstaltungen bis zu tausend Besuchende wieder erlaubte, organisierten die Marktfahrerinnen und Marktfahrer vielerorts kleine Rummelplätze. Als Reporterin Vanessa Nikisch Schaustellerin Hauri besuchte, schöpfte diese gerade wieder Hoffnung. Doch schon bald rollte die zweite Welle an und machte ihre Chancen auf ein Weihnachtsgeschäft mit ihren Nostalgiekarussellen zunichte. Der Chilbi-Betrieb, den sie zusammen mit ihrem verstorbenen Mann aufgebaut hat, ist ihre Pensionskasse und ihr Lebenswerk. Der finanzielle Verlust ist das eine, aber vor allem macht Maya Hauri zu schaffen, dass dieser Krise nicht nach gewohntem Muster beizukommen ist – nämlich mit Arbeit.

Ausstrahlung: Mittwoch, 9. Dezember 2020, 21.00 Uhr, SRF 1

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