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«Kontext»: Zwischen den Extremen – Die Mitte

Die Mitte: das klingt solide, nach Mässigung und Vernunft. In der Politik ist Mitte ein Allerwelts-Zauberwörtchen: Die Mitte-Wählerinnen und -Wähler werden eifrig umworben. «Kontext»-Moderator Bernard Senn will der Mitte auf die Spur kommen, denn die Mitte ist ein unscharf definierter Begriff.

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Im Gespräch mit dem Soziologen Oliver Nachtwey, mit Beate Küpper, Mitautorin der «Mitte-Studie» der deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung, und mit Christoph Halbig, Professor für Allgemeine Ethik an der Universität Zürich, spürt «Kontext» dem «goldenen Mittelweg» nach, den etwa Aristoteles und Horaz in der Antike für erstrebenswert hielten.

Die Mitte und ihr Selbstbild
Zur Mittelschicht gehört, wer zwischen 70 und 150 Prozent des Medianeinkommens verdient. Zwischen 3000 und 6000 Franken sind das, hat der Soziologe Oliver Nachtwey von der Universität Basel überschlagsmässig ausgerechnet. Die Mitte steht finanziell also längst nicht so gut da, wie viele denken. Weil der Begriff so offen und vage ist, bewirtschaften diese Mitte viele Parteien – und verlieren dabei einen Teil ihrer Identität.

Wendet sich die Mitte von der Demokratie ab?
«Verlorene Mitte – feindselige Zustände» lautet der Titel der Studie, in der im Auftrag der sozialdemokratischen Friedrich-Ebert-Stiftung untersucht wird, wie weit rechtsextreme und menschenfeindliche Einstellungen tatsächlich in die Mitte der Gesellschaft eingedrungen sind. Eine der drei Autorinnen ist Beate Küpper, Professorin an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Sie spricht in «Kontext» auch über die Schweiz.

Der goldene Mittelweg
Seit der Antike hält sich Horaz' Begriff des «goldenen Mittelwegs». Auch Aristoteles war der Ansicht, die extremen Leidenschaften seien falsch, nur die mittlere Haltung richtig. Weshalb diese einleuchtend klingende Betrachtungsweise keine allgemeingültige Lösung sein kann, erklärt Christoph Halbig, Professor für Allgemeine Ethik an der Universität Zürich.

Ausstrahlung: Mittwoch, 23. September 2020, 09.02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

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Mittwoch, 23. September 2020, 09.02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

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