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«Kontext»: Zwischen Alltag und Anschlag – Antisemitismus in Deutschland

Antisemitische Straftaten in Deutschland sind auf einem traurigen Rekordhoch. Das äussert sich einerseits in Extrembeispielen, wie dem Angriff auf eine Synagoge in Halle 2019, und andererseits im Alltag, zum Beispiel in der Schule. «Kontext»-Moderatorin Monika Schärer führt durch die Sendung.

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Heute beginnt der Prozess gegen den Mann, der am 9. Oktober 2019 an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, in der Synagoge von Halle ein Blutbad anrichten wollte. Nur eine Tür hinderte den rechtsextremen Täter an seinem Vorhaben. Als der Anschlag scheiterte, tötete der Angreifer andere Unschuldige.

Halle ist ein Extrembeispiel. Aber es fügt sich in ein Gesamtbild. Nach dem neuesten Verfassungsschutzbericht hat die Zahl antisemitischer Straftaten den höchsten Stand seit Beginn der entsprechenden Statistik vor rund 20 Jahren erreicht. Auch im Alltag erleben Jüdinnen und Juden zunehmend aggressiven Antisemitismus, zum Beispiel in der Schule. Vor drei Jahren machten brutale Angriffe auf jüdische Schüler Schlagzeilen. Doch diese Attacken waren weder Einzelfälle, noch waren sie neu.

Stephan Kramer ist als Jude persönlich von Antisemitismus betroffen. Als Chef des Verfassungsschutzes von Thüringen befasst er sich professionell mit diesem Thema. Und er zieht eine niederschmetternde Bilanz: Der Anschlag von Halle war einem eklatanten Sicherheitsversagen geschuldet. Und was noch schlimmer ist: Kramer glaubt nicht, dass der Anschlag ein Umdenken in Deutschland bewirkt hat.

Ausstrahlung: Dienstag, 21. Juli 2020, 09.02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur 

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Dienstag, 21. Juli 2020, 09.02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

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