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«Kontext»: Maschinelle Gesichtserkennung – Sicherheit vs. Freiheit?

Gesichtserkennungssoftwares versprechen mehr Sicherheit und Effizienz. Gleichzeitig befürchtet man dadurch Einschränkungen der persönlichen Freiheit und Privatsphäre. «Kontext» erklärt, wie die Gesichtserkennungssoftwares funktionieren und zeigt die damit verbundenen Gefahren und Chancen auf. Igor Basic moderiert die Sendung.

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Mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz haben Gesichtserkennungssoftwares in den letzten zehn Jahren grosse Fortschritte gemacht. Dennoch ist die Fehlerquote im öffentlichen Raum immer noch sehr hoch. Und ein Blick nach China zeigt: Die Stärke von Gesichtserkennung mittels künstlicher Intelligenz ist nicht die effektive Trefferquote, sondern die psychologische Einschüchterung. Es reicht, dass die Menschen wissen, dass man sie im öffentlichen Raum identifizieren könnte, schon ändern sie ihr Verhalten. Trotz dieser Überwachung zeigen Umfragen, dass rund zwei Drittel der Chinesinnen und Chinesen maschinelle Gesichtserkennung im öffentlichen Raum im Sinne der Sicherheit befürworten.

In westlichen Demokratien ist die Zustimmung deutlich tiefer. Hier sorgt man sich um die Privatsphäre und um das Grundrecht auf persönliche Freiheit. Doch: Auch im Westen ist die Praxis längst angekommen. So werden in Grossbritannien bei Fussballspielen Gesichtserkennungssoftwares eingesetzt, in Deutschland kam das Verfahren bei den Ausschreitungen des G20-Gipfels zum Einsatz. Und auch in der Schweiz werden die Gesichter von Flugpassagieren am Flughafen Kloten bereits seit einigen Jahren gescannt. Die Frage ist also nicht, ob diese Technologie auch bei uns vermehrt eingesetzt wird. Die Frage ist vielmehr, wie stark die Bevölkerung in der Schweiz diesen Prozess mitgestalten will.

Gesichtserkennungssoftware einfach erklärt
Wo wird maschinelle Gesichtserkennung heute eingesetzt? Wie funktioniert sie überhaupt? Wie hoch ist die Trefferquote im öffentlichen Raum und wie sieht es mit der Zugänglichkeit zu dieser Technologie aus? Über diese Fragen gibt SRF-Digitalredaktor Guido Berger Auskunft.

Debatte über Gefahren und Chancen von Gesichtserkennungssoftwares
«Gesichtserkennung ist eine hochriskante Technologie, die tief in die Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte eingreift und deren Fehlleistungen dramatische Konsequenzen haben können.» Das schreibt der Medienwissenschaftler Roland Meyer in seinem neuen Buch. Die Zukunftsforscherin Karin Frick sieht im Gegenteil dazu viele Chancen beim Einsatz von Gesichtserkennungssoftwares, etwa in der Medizin oder der Terrorbekämpfung. Der Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger wiederum kennt die Herausforderung dieser Technologie für den Datenschutz. Wir diskutieren mit ihnen über Gefahren und Chancen.

Ausstrahlung: Freitag, 26. Februar 2021, 09.02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

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Freitag, 26. Februar 2021, 09.02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

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