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«Kontext»: Kultour de Suisse – Die alte Schokoladenfabrik Cima Norma

In Dangio-Torre, im Tessiner Bleniotal, steht ein Industriedenkmal mit wechselhafter Geschichte: die Schokoladenfabrik Cima Norma. Heute soll in der ehemaligen Schokoladenproduktionsstätte ein Kunst- und Kulturzentrum entstehen – keine einfache Aufgabe, abseits des städtischen Kulturlebens.

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Bis 1968 wurde in Dangio-Torre das bittersüsse Luxusgut Schokolade hergestellt, dann war Schluss: Seit den 1980er-Jahren soll die Fabrik zum attraktiven Kunst- und Kulturort werden. Ein steiniger Weg, denn die Fabrik ist gross und abgelegen. Seit Jahren bemühen sich engagierte Personen darum, den Ort kulturell zu beleben, vor drei Jahren hat eine Stiftung die Planung übernommen. «Kontext» geht der Geschichte des Tals mit seinen Auswanderern und Einwanderern nach, hat die Fabrik mit ihrem prächtigen Haupt- und den vielen Nebengebäuden besucht und erzählt die Geschichte von Menschen, die sich seit Jahren für dieses industrielle Baudenkmal einsetzen.

Neue Kunst in alten Mauern – Ein Rundgang durch die Fabbrica
Imposant thront das Hauptgebäude der alten Schokoladenfabrik über dem Dorf, mit ihren riesigen Hallen und verwinkelten Gängen und Treppenhäusern im Innern. Viel Raum für Kunst und Kultur: Doch dieses Gebäude zu beleben, sei nicht einfach, sagt Franco Marinotti, Kurator und Präsident der Stiftung «La Fabbrica del Cioccolato». Er erzählt von seinen Projekten, aber auch von den Problemen, mit denen er kämpft.

Eingewandert wegen der Schoggifabrik: Marino Venturini
Als Architekt ist er ins Bleniotal gekommen, wegen der alten Schokoladenfabrik ist er geblieben: Marino Venturini. Seit über 30 Jahren engagiert er sich für die Belebung des alten Fabrikareals. Sein neustes Projekt trägt kulinarische Früchte: Er lässt die Schokolade der Cima Norma wieder herstellen.

Bittersüsse Geschichte: Die Schokolade Cima Norma
Ende des 19. Jahrhunderts kehrten die Brüder Ernesto und Alfonso Cima aus dem Ausland zurück – mit neuen Ideen, Kenntnissen und finanziellen Mitteln im Gepäck. Sie gründeten 1903 die Schokoladenfabrik in Dangio-Torre, die jahrzehntelang Hauptlieferantin für den Verband Schweizerischer Konsumvereine (heute Coop) und Arbeitgeberin für viele Bleniesi war. Die Schliessung der Fabrik 1968 hatte schwerwiegende Folgen für das Tal.

Einwanderer im Auswanderertal: Pia Steiner und Werner Birnstiel
Pia Steiner und Werner Birnstiel verliebten sich in den 1990er-Jahren in das mediterran-alpine Bergtal am Fusse des Lukmaniers. Sie brachen ihre Zelte in Luzern ab und wanderten ins Valle di Blenio aus.

Auch die Schokoladenfabrik übte eine Faszination aus, in der der Textilkünstler Werner Birnstiel einst ein Atelier hatte. Heute führt er zusammen mit Pia Steiner ein Hotel zuhinterst im Tal. Wie lebt es sich als Einwanderer im Auswanderertal?

Ausstrahlung: Freitag, 18. Oktober 2019, 09.02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

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Freitag, 18. Oktober 2019, 09.02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

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