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«Kontext»: Alles spaziert

Spazieren hat Hochkonjunktur. Vieles ist pandemiebedingt nicht mehr möglich, dafür wird nun spaziert, was das Zeug hält. «Kontext» macht den Selbstversuch und fragt, welche neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse es rund um den Spaziergang gibt, und warum er auch in der Literatur so eine grosse Rolle spielt.

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Der Lebensradius hat sich wegen Corona sehr verkleinert. Dafür rückt nun das Nahe in den Fokus. Und so ist Spazieren gehen die Aktivität der Stunde. Dreimal um den Block gehen, durch die leere Innenstadt flanieren, über Feldwege stromern. «Kontext» wirft drei Blicke auf den Spaziergang. Er wagt das Selbstexperiment, erkundet bei der Wissenschaft nach den neuesten Erkenntnissen und trifft einen der brillantesten Spaziergänger der deutschen Literatur: Franz Hessel.

Spazieren – Aber anders
Spazieren können alle. Aber es gibt x-Varianten, wie man spazieren kann. Varianten, die den Spaziergang zur Kunst machen. Das sagt Marie-Anne Lerjen von der Agentur für Gehkultur. Für die Spazierkünstlerin aus Zürich ist Spazieren Beruf und Berufung. Sie nimmt die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf einen experimentellen Spaziergang, der es in sich hat.

Spazieren macht schlau und schön
Bewegung gilt heutzutage als Allheilmittel: Läuferinnen, Schwimmer und Bergsteigerinnen seien fitter, klüger und lebten länger, heisst es. Wer nur spaziert, wird belächelt. Zu Unrecht. Der gesundheitliche Bonus des Spazierens wird gerne unterschätzt. Denn wer viel läuft und mit offenen Augen durch Landschaften geht, tut Gutes für Herz und Hirn. Und wer viel auf der Couch liegt, profitiert vom Spaziergang mehr, als der Marathonmann, der jetzt auch noch für Bergläufe übt.

Franz Hessel, der Buddhist unter den Spaziergängern
Er war ein jüdischer Bankierssohn aus Berlin und starb verarmt, verfolgt und von Lagerhaft gesundheitlich zerrüttet im Exil in Sanary-sur-Mer. Franz Hessel (1880-1941) war aber auch einer der brillantesten Spaziergänger in der deutschsprachigen Literatur. Damit inspirierte er viele grosse Köpfe seiner Zeit, allen voran Walter Benjamin. Und noch heute fasziniert, dass Hessel das Spazieren als eine Angelegenheit des «ersten Blicks» verstand. Wie einem Buddhisten ging es ihm darum, absichtslos zu betrachten. Und was er sah, oft bevor es sich wirklich zeigte, fasste er in federleichte Texte, die nie urteilen, aber umso mehr über die Welt aussagen.

Ausstrahlung: Montag, 25. Januar 2021, 09.02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Hier geht es zum Link 1. Nach der Diskussion im Plenum geht es hier zum Gespräch mit Frau Müller.
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Montag, 25. Januar 2021, 09.02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

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