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«DOK»: Rausschmiss – Wohnen als Ware

Die UN-Sonderberichterstatterin Leilani Farha kämpft weltweit gegen steigende Mieten und die Vertreibung ärmerer Bewohner aus ihren Quartieren. Sie zeigt auf, wie Hedgefonds und Pensionskassen Mietshäuser und ganze Überbauungen aufkaufen, weil diese bei Negativzinsen steigende Renditen versprechen. Ein Dokumentarfilm von Fredrik Gertten.

DOK - Rausschmiss Wohnen als Ware Auf der ganzen Welt (im Bild: Toronto) werden Mieterinnen und Mieter aus ihren angestammten Quartieren vertrieben, weil Privatinvestoren und Pensionskassen ihr Geld rentabel anlegen wollen

Die kanadische Anwältin und Einzelkämpferin Leilani Farha ist Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für das Recht auf Wohnen. Seit 2014 reist sie von Brennpunkt zu Brennpunkt und trifft überall auf Menschen, die aus ihren Wohnungen und Quartieren vertrieben werden, damit die Eigentümerinnen und Eigentümer der Liegenschaften ihre Kassen mit höheren Gewinnen füllen können.

Auch andere Expertinnen und Experten kommen im Film zu Wort, etwa die Soziologin Saskia Sassen und der Wirtschaftswissenschafter und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz. Er ortet die Ursache für den Missstand in der «fast religiösen Verehrung» einer umfassenden Deregulierung, die seit den 1970er-Jahren das Leitmotiv vieler Regierungen geworden sei. Der italienische Journalist und Mafiaexperte Roberto Saviano erklärt, weshalb neben den immensen Kapitalen der Pensionskassen auch Schwarzgeld aus dunklen Geschäften für die Preistreiberei im Immobilienmarkt verantwortlich sei.

Leilani Farha beschränkt sich aber nicht nur darauf, den Staaten ins Gewissen zu reden. Sie hat eine weltweite Bewegung angestossen, in der die Zivilgesellschaft die Macht der Finanzfirmen im Wohnungswesen zurückbinden will. In «The Shift» kommen Regierungen und Menschenrechtsorganisationen, aber auch grosse Städte wie Barcelona, Berlin, New York oder Seoul zusammen, um sich gegen die Konzerne und für das Recht auf Wohnen einzusetzen.

Ausstrahlung: Mittwoch, 22. April 2020, 20.50 Uhr, SRF 1

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Mittwoch, 22. April 2020, 20.50 Uhr, SRF 1

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srf.ch/dok

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