null «SRF DOK»: Familie Nasser kommt an

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«SRF DOK»: Familie Nasser kommt an

«Es war der Horror, einfach nur Horror, ein Trauma.» Raoaa Nasser ist vor acht Jahren aus dem Krieg in Syrien in die Schweiz geflüchtet und jetzt wiederholt sich die Geschichte. Täglich sieht sie Bilder von Flüchtlingen aus der Ukraine. Ein Film von Andrea Pfalzgraf.

SRF DOK Familie Nasser ist angekommen Familie Nasser ist angekommen.

Als Familie Nasser mit den Kindern Kusai, 9, und Judi, 5, im November 2013 in der Schweiz ankommt, sind sie plötzlich Flüchtlinge. In Syrien wurde ihr gutes Leben zerstört. In der Schweiz fangen sie wieder komplett bei null an.

Die Platzverhältnisse im Durchgangszentrum sind eng, aber alle sind zuerst einfach nur glücklich, in Sicherheit zu sein. Mit dem Alltag kommen dann Probleme. Die Eltern finden keine Arbeit, kommen mit der Sprache nicht zurecht und sind unglücklich. Kusai hat alle Fotos von zuhause verbrannt und will nichts mehr vom Krieg hören. «Man kann nicht leben, wenn man immer die schlimmen Bilder anschaut», sagt er nach zwei Jahren zu seinen Eltern. Sie sitzen herum und verfolgen ständig die News aus Syrien online am Handy.

Wie ist das für diese Kinder in jungen Jahren schon wieder neue Wurzeln schlagen zu müssen? In einem Land, wo man zuerst einmal kein Wort versteht und vieles so anders ist als zuhause?

Und jetzt ist wieder Krieg. Russland hat die Ukraine überfallen und mit den Kriegs-Bildern kommen bei Familie Nasser die schlimmsten Erinnerungen wieder hoch. Eine Nichte von Kusai, sie war damals elf Jahre alt, als sie in der Schweiz ankamen, sagte ihrer Mutter vor einer Woche: «Sollte es in der Schweiz Krieg geben, werde ich Tabletten nehmen und mich umbringen.» Sie ist jetzt 19 Jahre alt und überzeugt, dass sie keinen zweiten Krieg aushalten könnte.

Reporterin Andrea Pfalzgraf hat die Grossfamilie Nasser in den letzten acht Jahren in der Schweiz mit der Kamera begleitet. In Syrien konnte Kusai wegen des Krieges nur ein Jahr zur Schule gehen. Heute ist er 17 und besucht die Wirtschaftsmittelschule in Bern. Viele Jahre litt er unter Albträumen und versteckte sich nachts unter dem Bett aus Angst vor den Bomben.

Seine Schwester Judi war bei der Flucht in die Schweiz fünf Jahre alt und zeichnete Kinder mit abgerissenen Beinen und Armen. Heute tanzt sie in der Freizeit Hiphop und ist happy, wenn nicht gerade Covid-19 ihre Lebensfreude trübt.

Schicksalsjahre einer Familie in der Fremde, die vor dem Krieg in Syrien nicht einmal wusste, wo die Schweiz ist.

Ausstrahlung: Donnerstag, 31. März 2022, 20.05 Uhr, SRF 1

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Donnerstag, 31. März 2022, 20.05 Uhr, SRF 1

Publiziert am
Dienstag, 29. März 2022

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srf.ch/dok

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