null «Kulturplatz»: Warum Tell uns bewegt

Kultur

«Kulturplatz»: Warum Tell uns bewegt

Wilhelm Tell gilt als Nationalheld der Schweiz. Aktuell beschäftigt er Theatermacher Milo Rau und den Schweizer Autor Joachim B. Schmidt. Warum treibt uns dieser Tell immer noch so um? Nina Mavis Brunner ist mit «Kulturplatz» auf den Spuren der Schweizer Freiheitslegende in der Zentralschweiz.

Nina Mavis Brunner 3sat, Abteilung Kultur

Der Heimweh-Tell
Womöglich hat Joachim B. Schmidt seine Tell-Adaption aus Heimweh nach der Schweiz geschrieben. Der Bündner Autor lebt seit mehr als 15 Jahren in seiner Wahlheimat Island, aber der Tell-Stoff liess ihn auch hier nicht los. Kein Wunder gibt es doch ähnliche Sagen auch in dieser Gegend. Schmidts Tell ist ein bärbeissiger, eigenbrötlerischer Geselle. Ein Gegenentwurf zu Schillers Wilhelm Tell. «Kulturplatz» hat den Schriftsteller in Island besucht. Und will herausfinden, warum der Tell ihn auch heute noch so beschäftigt.

Die Geschichte vom Tell
Unzählige Mal wurde Wilhelm Tell auf der Bühne und im Film inszeniert. Manchmal als politisches Statement wie in einer Aufführung mit Heinrich Gretler 1939 in Zürich. Mitunter lustig, wie im Film mit Mike Müller. Die Sage um den Mut dieses, mal bescheidenen, aber am Ende entschiedenen Helden, der sich gegen die da oben durchsetzt, um seine Familie zu schützen, hat die Gemüter ein ums andere Mal bewegt, empört oder mit Stolz erfüllt. «Kulturplatz» mit ein paar Höhepunkten aus der Tell-Historie.

Der aktuelle Tell
Wenn der internationale Theatermacher Milo Rau den Tell auf die Bühne bringt, ist klar, dass es politisch wird. Für Rau ist der Tell ein Abziehbild der Schweiz. Seine Inszenierung im Zürcher Pfauen erzählt die klassische Geschichte des Wilhelm Tell. Und bringt andererseits die persönlichen Geschichten der Schauspieler und Laiendarsteller auf die Bühne. Und die haben es in sich, ob es die einer ehemaligen Zwangsarbeiterin oder die einer Offizierin der Schweizer Armee ist. «Kulturplatz» war bei den Proben kurz vor der Premiere dabei.

Die Tellin
Eine der Laiendarstellerinnen bei Milo Rau ist die 33-jährige Sarah Brunner. Die Stadtzürcherin spielt den Volkshelden Wilhelm Tell. Aber dieser Rollenwechsel der Geschlechter ist nicht nur eine Selbstbehauptung des politischen Theaters Milo Raus. Denn Sarah Brunner verbringt nicht nur auf der Theaterbühne Heldentaten. Als junge Frau ging sie zum Militär, wo sie eine Karriere bis zur Berufsoffizierin bestritt. Als Blauhelm-Soldatin ging sie 2015 nach Syrien, Libanon und Mali, wo sie auf einer friedensfördernden Mission als Beobachterin tätig war. Auf den friedensfördernden Missionen der UNO war sie ab 2015 als Beobachterin tätig. «Kulturplatz» begleitet Sarah Brunner vor und während der Proben.

Ausstrahlung: Mittwoch, 20. April 2022, 22.25 Uhr, SRF 1

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Ausstrahlung
Mittwoch, 20. April 2022, 22.25 Uhr, SRF 1

Publiziert am
Dienstag, 19. April 2022

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srf.ch//kulturplatz

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