null «Einstein»: Glutenfreie Ernährung – Was steckt hinter der Unverträglichkeit

Kultur

«Einstein»: Glutenfreie Ernährung – Was steckt hinter der Unverträglichkeit

Warum macht Gluten immer mehr Menschen Probleme, obwohl heutiger Weizen weniger davon enthält als alte Sorten? Haben viele Verdauungsbeschwerden gar nichts damit zu tun? Und was ist der Haken an glutenfreien Produkten? «Einstein» über aktuelle Erkenntnisse zu Gluten und dessen Unverträglichkeit. Die Sendung moderiert Tobias Müller.

EinsteinGlutenfreie Ernährung: Was steckt hinter der UnverträglichkeitBaguetteCopyright: SRF

Mehr Betroffene?
Klar ist: Immer mehr Menschen leiden unter der Autoimmunkrankheit Zöliakie. Bei Betroffenen löst der Konsum von Gluten eine starke Entzündung im Darm aus. Die Folgen können lebensbedrohlich sein. Auch die schwierig zu diagnostizierende Glutenintoleranz, bezeichnet als NCGS, scheint zuzunehmen. Doch ist hier nicht immer eindeutig klar, ob die Betroffenen tatsächlich Verdauungsbeschwerden aufgrund des Glutens haben oder ob andere Auslöser dafür verantwortlich sind.

Der industrialisierte Weizen
Im Zuge der «grünen Revolution» in den 60er-Jahren wurde der ursprüngliche Weizen zum hochgezüchteten Superweizen. Obwohl die Vermutung nahe liegt, dass dadurch der Glutengehalt im Weizen angestiegen ist, ist das Gegenteil der Fall. Doch auch eine andere Eigenschaft des Weizens hat sich verändert: die «Stärke» des Glutens. Es ist deutlich elastischer geworden, ein daraus hergestellter Teig ist viel zäher. So braucht wohl auch der Verdauungsapparat länger, das Gluten des modernen Weizens zu zersetzen.

Problemfall glutenfreie Ersatzprodukt
Der Markt der glutenfreien Ersatzprodukte explodiert förmlich. Bis 2027 sollen diese einen Jahresumsatz von 35 Milliarden Franken erreichen. Was für Zöliakiekranke eine Alternative sein kann, wenn sie auch einmal Pasta oder Pizza essen wollen, ist für Nichtbetroffene höchstens falsch ausgegebenes Geld. Denn Gluten wird in der Regel durch Stärke ersetzt. So sind Ersatzprodukte oft sehr kalorienhaltig. Und es fehlt ihnen an Nährstoffen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Mangel an Mikronährstoffen besonders Vitamin D, Vitamin B12 und Folsäure betrifft, bei den Mineralstoffen sind es Eisen, Zink, Magnesium und Kalzium.

Falsche Selbstdiagnose
Die Praxis zeigt: Menschen, die meinen, sie hätten möglicherweise eine Glutenunverträglichkeit, leiden oft an etwas anderem. Auch «Einstein»-Moderator Tobias Müller erlebt genau diesen Fall. Allerdings kennt die Wissenschaft das bei ihm diagnostizierte Krankheitsbild SIBO erst seit wenigen Jahren. Hätte er auf Gluten verzichtet, hätte er langfristig keine Besserung erlebt.

Ausstrahlung: Donnerstag, 5. Oktober 2023, 21.05 Uhr, SRF 1

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Ausstrahlung
Donnerstag, 5. Oktober 2023, 21.05 Uhr, SRF 1

Publiziert am
Dienstag, 3. Oktober 2023

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